Aus der Gemeinde

FSJ in Ghana

Franzi und Tobias machen ihr FSJ in Ghana und sind seit Ende August für ein Jahr dort. Hier findet ihr ihr Tagebuch über den ersten Monat.

Ein Leben für die Ärmsten der Armen

Schwester Fidelia berichtet von ihrer Arbeit in Südafrika

tl_files/Bilder/einrichtungen/hilfsprojekt-fidelia-portait.jpgSeit über 50 Jahren ist sie jetzt schon weg aus Emsdetten und lebt in Südafrika, um dort ihren Dienst als Ordensschwester an den Ärmsten der Armen zu verrichten. Die Rede ist von Schwester Fidelia, geb. Maria Wilp, die als Kind am Hemberger Damm aufwuchs und mit 22 Jahren in den Orden der Missionsdominikanerinnen in Neustadt am Main eintrat.

Mit ihren jetzt fast 72 Jahren ist sie noch immer voll im Einsatz in einer ambulanten Krankenstation in der kleinen Ortschaft Oakford in der Provinz Natal, etwa 40 km entfernt von Durban, Südafrika.

Anlässlich eines Heimaturlaubs im August/ September diesen Jahres, den sie bei ihren Geschwistern in Emsdetten verbrachte, berichtete Schwester Fedelia von ihrer Arbeit.

Nach unterschiedlichen Aufgaben, die ich in meiner Eigenschaft als Krankenschwester in den vergangenen Jahren an verschiedenen Orten in Südafrika wahrgenommen habe (unter anderem arbeitete ich 5 Jahre in Johannesburg in einem Hospiz für Aids-Kranke), bin ich nun schon seit einigen Jahren in einer ambulanten Tagesklinik in Oakford tätig. Die Menschen, die zu uns kommen, wohnen in der näheren und weiteren Umgebung unserer Einrichtung.

Es sind hauptsächlich Zulus. Unter unseren Patienten/innen sind allerdings auch Angehörige anderer Stämme, die aus verschiedenen umliegenden Ländern hierher gekommen sind, und Inder.

Sie kommen zu uns mit allen möglichen Krankheiten und Beschwerden: Wir impfen, behandeln Tuberkulose und chronische Erkrankungen, versorgen Wunden und Knochenbrüche.

tl_files/Bilder/einrichtungen/hilfsprojekt-fidelia-gallerie-01.jpgDes Weiteren gilt unsere Fürsorge schwangeren Frauen, und auch um die Nachsorge für die Mütter und ihre Babys kümmern wir uns.

Ein anderer Schwerpunkt unserer Arbeit besteht in der Beratung im Zusammenhang mit Aids; HIV-Tests führen wir ebenfalls durch.

Unsere HIV-Abteilung ist sehr beschäftigt. So beraten wir jeden Patienten, der über 15 Jahre ist und zu uns kommt, und fragen ihn, ob er sich auf HIV testen lassen möchte. Falls der Test positiv ausfällt, erklären wir den Betroffenen, wie sie am besten mit ihrer Situation umgehen sollen.

Das Problem ist, dass viele der Patienten, die mit Beschwerden zu uns kommen, gar nicht wissen, dass die Ursache für ihre Erkrankung Aids ist. Wenn an Aids Erkrankte rechtzeitig zu uns kommen und wir sie mit Medikamenten behandeln, können wir die Krankheit zwar nicht heilen, aber ihren Verlauf aufhalten, mit der Folge, dass sie noch ihrer Arbeit nachgehen und ihre Familien versorgen können.

Aidskranke, die zu spät kommen, sind zu schwach, um noch arbeiten zu können. Sie haben daher kein Einkommen für sich und ihre Familien und müssen häufig hungern.

Es ist nicht immer ganz einfach, Aids-Erkrankte dahin zu erziehen, die Medikamente regelmäßig und über einen sehr langen Zeitraum einzunehmen. Ich ermahne Eltern immer, an ihre Kinder zu denken.

Das Los der Kinder, deren Eltern an Aids gestorben sind, ist sehr traurig. Wenn sie Glück haben, kommen sie bei Verwandten unter, wenn nicht, müssen die Aidswaisen in Heimen versorgt werden.

Der Staat versucht zwar, in vielerlei Hinsicht zu helfen, aber es ist nie genug für alle da.

Von den Spenden, die ich erhalte, kaufe ich jeden Monat 30-35 Nahrungsmittelpakete und zusätzlich Trockenmilch für HIV-positive und unterernährte Kinder. Die Zustände, was Unterernährung bei Kindern und Erwachsenen angeht, haben sich in den letzten Jahren leider nicht verbessert, sondern eher verschlechtert. Bei all dem Elend ist es schön zu sehen, wie sich zwei- bis dreijährige Kinder erholen, wenn sie jeden Tag ein Gläschen Milch bekommen.

Geld gebe ich den Hilfesuchenden fast nie; nur dann und wann, wenn ich einen Kranken zum Krankenhaus gebracht habe und dieser kein Geld hat, um nach der Behandlung mit dem Bus wieder nach Hause fahren zu können.

Wie Sie, liebe Leser, sehen, sind die Verhältnisse in Südafrika nicht so gut wie bei Ihnen in Deutschland. Aber dank der Spenden, die ich aus Emsdetten erhalte, kann ich die Not hier und da ein bisschen lindern. Herzlichen Dank dafür im Namen meiner Schutzbefohlenen und alles Gute für Sie und eine gnadenvolle Advents- und Weihnachtszeit.

Ihre Schwester Fidelia

Inhalte eines Nahrungsmittelpakets

Reis: 10 kg
Maismehl: 10 kg
Zucker: 2,5 kg
Yambohnen: 5 kg
Zuckerbohnen: 5 kg
Salz: 500 g
Dosenfisch: 400 g
Trockenmilch: 500 g
Suppe: 500 g
Öl: 2 l
Brei: 1 kg
Seife: 500 g

Wenn Sie spenden möchten

Provinz der Dominikanerinnen
Kto.-Nr: 40000934
Castellbank Würzburg,
BLZ 79030001
Verwendungszweck: Für Schwester Fidelia