Aus der Gemeinde

Pfarreiratswahl 2017

Am 11. und 12. November 2017 wurde bei uns der Pfarreirat neu gewählt.  Wir hatten eine Wahlbeteiligung von 7,6 %. 25 Jugendliche haben im Alter von 14-15 Jahren gewählt.
Zum Wahlergebnis

Neues Gebäudekonzept

Die vom Bistum Münster aufgegebene Entwicklung eines Pastoralplans stellt für unsere Pfarrei St. Pankratius eine besondere Herausforderung dar.
Weitere Informationen

FSJ in Ghana

Franzi und Tobias machen ihr FSJ in Ghana und sind seit Ende August für ein Jahr dort. Ein Tagebuch über den ersten Monat könnt ihr als PDF downloaden.
Tagebuch Monat 1 als PDF Download
Tagebuch Monat 2+3 als PDF Download

Solidarisch mit den Armen dieser Welt

Schwester Virgo Stüper berichtet über ihre Arbeit in Malawi

"Kennen Sie Schwester Virgo?" Stellt man diese Frage den Gemeindemitgliedern aus St. Marien, werden viele den Kopf schütteln. Dennoch gibt es enge Kontakte unserer Pfarrgemeinde zu ihr, und zumindest die Besucher der Basare sollten sie kennen, denn durch den Kauf von Artikeln unterstützen sie die Arbeit von Schwester Virgo in Malawi (Zentralafrika). Am Mittwoch, den 23.04.2008 war Schwester Virgo zu Besuch in St. Marien und informierte die interessierten Besucher über ihre Arbeit.

tl_files/Bilder/einrichtungen/hilfsprojekt-virgo-portait.jpgSchwester Virgo (geb. Irmgard Stüper) stammt aus Emsdetten und gehört dem Orden der Vorsehungsschwestern an. Sie lebt jetzt in der Friedrichsburg in Münster an der Weseler Straße.

Von 1971 bis 2006 war Schwester Virgo im Auftrag ihres Ordens in Malawi tätig und hat in diesen 35 Jahren mit dazu beigetragen, das Los der einheimischen Bevölkerung zu verbessern.

Die Vorsehungsschwestern arbeiten in Malawi hauptsächlich im Gesundheits- und Erziehungswesen. Sie leiten Krankenhäuser und kümmern sich in den Missionsschulen um die Ausbildung der Bevölkerung.

Besonders das Los der Frauen liegt ihnen am Herzen, leiden doch gerade diese unter der in der Tradition begründeten Vorherrschaft der Männer. Sie kümmern sich darum, dass auch die Mädchen eine Ausbildung erhalten und tragen so dazu bei, das Selbstbewusstsein der Frauen zu stärken.

Von Anfang an war es die Absicht der Vorsehungsschwestern, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und einheimischen Nachwuchs heranzubilden. So haben mittlerweile malawische Schwestern die Verantwortung übernommen.

Wenn Schwester Virgo selbst jetzt auch nicht mehr in Afrika tätig ist, so hält sie doch noch engen Kontakt zu ihrer alten Wirkungsstätte und bittet darum, das Malawi-Projekt auch weiterhin zu unterstützen.

In Ihrer Präsentation stellte Schwester Virgo das Land und die Situation der Bevölkerung in Malawi  vor und erzählte von der Arbeit, die sie in den vergangenen Jahren dort geleistet hat.

tl_files/Bilder/einrichtungen/hilfsprojekt-virgo-karte.jpgBevölkerung: ca.13.600.000 Einwohner

Lebenserwartung: 32,5 Jahre

Aids: 30-55% der Bevölkerung
(bei ¾ aller Sterbefälle ist Aids die Ursache)

Einkommen: weniger als 1 US$ pro Tag (Malawi ist ein Binnenland, es gibt keine Bodenschätze und kaum Industrie)

Export: Tabak, Tee, Zucker

Gesundheitswesen: ca. 7% des Staatsetats.
Es gibt 2 Universitäts-krankenhäuser (je ca. 500 Betten), einige Distriktkrankenhäuser (je ca. 100 Betten) und ca. 42 Missions-Krankenhäuser
.

Infrastruktur

tl_files/Bilder/einrichtungen/hilfsprojekt-virgo-infra-03.jpgDas Straßennetz in Malawi hat eine Länge von 14.800 km. Davon sind ca. 2000 km geteert. Die restlichen 12.800 km sind Schotterstraßen oder nur einfache, unbefestigte Pfade.

Wenn es geregnet hat, verwandeln sich die Wege in kaum passierbare Schlammpisten. Die vielen Flüsse führen Hochwasser und, weil es kaum Brücken gibt, muss man warten, bis das Wasser zurückgeht, damit man sie an geeigneten Stellen mit dem Auto überqueren kann.

Von Blantyre nach Muona sind es ca. 110 km. Davon sind 60 km sehr schlecht. Insgesamt gibt es auf dieser Strecke 36 solcher Flussüberquerungen. In Muona (im Süden des Landes, siehe Karte) befindet sich das Trinity-Hospital, in dem die Vorsehungsschwestern arbeiten.

Das Trinity-Hospital in Muona

Wie in vielen afrikanischen Staaten so ist auch in Malawi Aids ein großes Problem. Jeden Tag sind die Schwestern damit konfrontiert. Ca. 25% der Angestellten des Hospitals sind mit Aids infiziert. Sie arbeiten trotz ihrer Krankheit, so lange es eben geht. Obwohl die von den Schwestern erarbeiteten Aufklärungsprogramme mittlerweile schon kleine Erfolge zeigen, ist es noch ein weiter Weg bis zur Lösung des Aids-Problems. Verhaltensänderungen sind halt nur allmählich zu erzielen.

Oben links der Gebäudekomplex des Trinity Hospitals. Rechts die Wartezone vor dem Behandlungsraum. Dort warten die Hilfesuchenden aus den umliegenden Dörfern oft stundenlang, bis sie an der Reihe sind. Wenn ein Kranker nicht mehr aus eigener Kraft ins Krankenhaus kommen kann, wird er per Fahrrad transportiert (oben).

Die Frauen oben warten vor der Entbindungsstation auf ihre Entbindung. Die beiden Mütter rechts haben es bereits geschafft und halten ihre neu geborenen Kinder in den Armen.

Das Essensproblem im Krankenhaus lösen die Menschen in Malawi anders als bei uns. Kommt jemand ins Krankenhaus, wird er von einer Person aus der Familie begleitet, die für den Kranken kocht und ihn auch sonst betreut.

Neben der Behandlung von Kranken investieren die Schwestern viel Zeit und Mühe in die Ausbildung einheimischer Kräfte. Links eine Gruppe von Krankenpflege-Schülerinnen. Rechts ein Klassenraum.

Arbeit in den Dörfern

Auch in den Dörfern sind die Vorsehungsschwestern tätig. Hier organisieren sie z. B. die Verteilung von Nahrungsmitteln.

Sorge um die Straßenkinder

Wie in vielen Ländern der Dritten Welt gibt es auch in Malawi das Problem der Straßenkinder. Oft sind es Kinder, deren Eltern an Aids gestorben sind, und um die sich niemand kümmert. Hier versuchen die Vorsehungsschwestern zu helfen, indem sie u. a. für eine schulische Ausbildung sorgen.

Hilfe für die Waisenkinder

Viele Väter und Mütter sterben an Aids. Wenn ihre Kinder nicht von Familienangehörigen aufgenommen werden können, finden sie bei den Vorsehungsschwestern Hilfe. Sie kümmern sich um das leibliche und seelische Wohl der Kinder und darum, dass sie eine schulische Ausbildung bekommen.

Musik und Rhythmus liegen den afrikanischen Menschen im Blut. Die Kinder und Jugendlichen aus dem Waisenhaus haben eine Band gegründet. Sie spielen oft und gerne. Wenn sie sich keine Musikinstrumente leisten können, bauen sie sich selbst welche, wie man hier sieht.

tl_files/Bilder/einrichtungen/hilfsprojekt-virgo-portait-02.jpgGegen Ende ihres Vortrages bedankt sich Schwester  Virgo im Namen ihrer malawischen Schutzbefohlenen noch einmal ganz herzlich für die finanzielle Unterstützung, die ihre Ordens-gemeinschaft Jahr für Jahr aus den Erlösen der Basare in St. Marien bekommt. Das Geld wird dringend benötigt, um Medikamente zu kaufen, gute Ärzte zu bezahlen,  den Betrieb der Krankenhäuser aufrecht zu erhalten, Aufklärungsprogramme zu finanzieren und den Waisen- und Straßenkindern zu helfen.

Wenn auch Sie mit einer Spende helfen möchten, das Los der Menschen in Malawi zu verbessern, so würden sich die Schwestern sehr darüber freuen.

Schwestern von der Göttlichen Vorsehung
Münster
Kto.-Nr.: 3502700
bei der DKM Münster
BLZ: 40060265
Kennwort: Hilfe für Malawi