Spendenaufruf Corona-Nothilfe im Bistum Adilabad

In Indien sterben zurzeit so viele Corona-Infizierte wie noch nie. Der Tod ist längst nicht mehr fern, sondern bedrängend nah. Die Menschen sterben im Krankenhaus, zu Hause und auf der Straße. Diese Situation ist, so Pfarrer Sajeev Myladiath, „für die Menschen in Indien sehr hart, da die Aufnahmekapazitäten in den Krankenhäusern längst überlastet sind. Der Lockdown verstärkt die Ohnmacht der Hilfesuchenden. Diejenigen, die mit mir aufgewachsen sind, nur am Bildschirm zu sehen, wie sie das alles alleine durchmachen müssten, tut sehr weh.“ Es sind Menschen, die vor Krankenhäusern verzweifelt Ärzte anbetteln, um aufgenommen oder wenigstens auf der Straße untersucht zu werden. Solche Situationen musste Pfarrer Myladiath in den vergangenen Wochen in seiner Heimat selbst miterleben. Diese Not der Menschen in Indien mit eignen Augen zu sehen ist unvorstellbar schwer. Es sind Bilder, die ihn zu einem Hilferuf bewegt haben, der jetzt in einem Spenden-Projekt der Caritas „Karunyanidhi“ im Bistum Adilabad in Kooperation mit der Pfarrei St. Pankratius mündet.

Indien ist mit 1,3 Milliarden Einwohnern und einer defizitären medizinischen Infrastruktur in einer äußerst schwierigen Lage. Das Virus wütet besonders in den ländlichen Gebieten ungebremst. Überall fehlt es an Medikamenten und Sauerstoff. Erschwerend kommt hinzu, dass aufgrund der Armut vieler Dorfbewohner medizinische Hilfe unbezahlbar ist. „Ärzte und Pfleger sind verzweifelt, weil sie nicht helfen können“ berichtet Pfarrer Myladiath. Das ist eine unvorstellbare Situation, die einen verzweifeln lässt. „Ich sehe, dass nicht nur ältere, sondern auch junge und Menschen mittleren Alters, ja sogar Kinder gleichermaßen betroffen sind. Das Gesundheitssystem ist in viele Landesteilen zusammengebrochen.“ Diese Welle hat keine Altersgruppe verschont. Seine Kolleginnen und Kollegen in Indien sprechen mittlerweile von einem Corona-Tsunami.

Mittlerweile sind es mehr als 274.000 Pandemie-Tote, die in Indien betrauert werden und täglich kommen Tausende hinzu. Die Lage nimmt mit mehr als 300.000 Neuansteckungen pro Tag an Dramatik zu. Doch das ist nur die Spitze eines erschreckend großen Eisbergs. Die Dunkelziffer der Infizierten und der Pandemietoten ist sicher „erheblich höher“ als von offizieller Seite angegeben. Die Lage gerade in den Großstädten mit ihren Millionen Einwohnern ist „grausam“. Wer überlebt, hat Glück gehabt, sagt der 43-Jährige.

Ärzte berichten, dass zu behandelnde Patienten auf dem Boden liegen, weil Betten fehlen. Genügend Fachleute, die bereit sind zu helfen, sind zwar kein Mangel, was aber fehlt sind Ressourcen. Es gibt keine Kapazitäten mehr, um an Covid19 Erkrankte zu behandeln. In den Krankenhäusern zeigt sich, dass das Gesundheitswesen am Limit ist, sodass Ärzte vor der schweren Entscheidung stehen, lebensbedrohlich erkrankte Patienten abzulehnen oder an andere Krankenhäuser weiterzuleiten. Trotzdem kommen die Menschen. Notdürftig werden sie am Eingang der Krankenhäuser oder auf der Straße davor betreut. „Dies sind die härtesten Zeiten, die ich erlebt habe. Ich bete jeden Tag dafür, dass sich die Lage bessern möge“ sagte Pfr. Myladiath.

Das Bistum Adilabad liegt im indischen Bundesstaat Telungana. Dort ist die Situation noch schlimmer. Es gibt keine Test-Möglichkeiten, die medizinische Versorgung ist mehr als notdürftig. Die Menschen müssen enorme Wegstrecken von ihren Dörfern bis zum nächstgelegenen Krankenhaus zurücklegen. Medikamente sind für viele unbezahlbar. Bischof Prince Panengadan bietet durch das Projekt der Caritas „Karunyanidhi“, über den Kontakt zur indischen gemeinnützigen Gesundheitsorganisation, Hilfen an, um den Ärmsten der Armen vor Ort zu helfen.

Obwohl eine komplette Ausgangssperre verhängt ist, verteilen im Bistum Adilabad die Seelsorgerinnen und Seelsorger mit ihren Helfern Lebensmittel, PPE-Anzüge, Masken und Pulsoxymeter an Krankenhäuser, kleine Praxen und an Bedürftige vor Ort. Die Spendenbereitschaft in den Pfarreien seines Bistums machte es Bischof Panengadan möglich, Hilfsgüter zu besorgen. Aber angesichts der übergroßen Not der Menschen erscheint dies wie ein Tropfen auf den heißen Stein.

Diese für die Menschen in Indien unerträgliche Lage veranlasst Pfarrer Myladiath zu einem Aufruf der solidarischen Hilfe: „Man kann sich kaum vorstellen, wie die Menschen dort leiden. Die Not in den ländlichen Gebieten sowie in den Slums der Städte ist übergroß. Ich bitte Sie mit Ihrer Spende um ein Zeichen der christlichen Nächstenliebe. So kann den Notleidenden in meiner Heimat ein Licht am Ende des Tunnels sichtbar werden.“

Spenden können an die folgende Bankverbindung überwiesen werden:

Verband kath. Kirchengemeinden Dekanat Steinfurt
VB Sparkasse Emsdetten-Ochtrup
IBAN:
DE97 4015 3768 0000 0000 48 
BIC: WELADE1EMS 
Verwendungszweck: Corona – Hilfe in Indien