25 Jahre ambulanter Caritas-Hospizdienst Emmaus

Für Frau F. erfüllt sich, ihren Tod bereits vor Augen, ein großer Wunsch und sie geht in die Clownsschule. Ein junger Mann gibt gegenüber der Hospizmitarbeiterin seine Distanziertheit auf und versöhnt sich auch wieder mit dem Vater. Um Frau D. versammeln sich ein letztes Mal Familie und Freunde, so stirbt sie.

Es waren diese Geschichten, die im Festgottesdienst zum 25-jährigen Jubiläum bewusst machten, worum es beim ambulanten Hospizdienst Emmaus des Caritasverbands Emsdetten-Greven geht.

Norbert Berges, einer der vielen Ehrenamtler, beschrieb in der Herz-Jesu-Kirche in Emsdetten das Leben von der Aufregung zu Beginn über die Zeiten der Schwierigkeiten und des Genusses bis zum Ende, wenn es um das Sterben geht. Sein zentraler Satz und vielleicht die Erklärung der Motivation für Hospizarbeit: „In dieser Phase am Ende des Lebens dürfen wir Sterbende und ihre Angehörigen stützen“ – eine Aufgabe, die Freude mache.

Hospizdienst-Mitarbeitende und Pfarrer Norbert Weßel verschränkten die Beispiele aus ihrer Arbeit mit Stellen der Emmaus-Erzählung aus dem Lukas-Evangelium. Jesus begleitet dort nach Kreuzigung und Tod zunächst unerkannt enttäuschte Jünger. Er hilft ihnen, die Schwere der Trauer loszuwerden; er zeigt, dass es darauf ankommt, was man im Herzen trägt; er gibt verlorenes Zutrauen zurück. Seinen Namen trägt der Hospizdienst Emmaus nicht zufällig. „Wir Menschen leben von Berührungen und wollen merken: Ich bin als Mensch gemeint“, sagte Pfarrer Weßel.

Seine Würdigung der Hospizarbeit: „25 Jahre lang haben sie am Lebensende von Menschen Herzen berührt und angerührt.“ Wie im Lukas-Evangelium falle diese Begleitung oft in dunkle Momente, es brauche Leidenschaft beim Mitgehen und Zuhören und es solle Hoffnung gegeben werden zum Aufbruch.

Pfarrer Weßel dankte den Hospiz-Engagierten auch im Namen des Grevener Pfarrers Klaus Lunemann und der Saerbecker Gemeindeleiterin Anja Daut. Brigitte Fink, Presbyterin der evangelischen Gemeinde und selbst Mitarbeiterin im Hospizdienst, sagte, sie sei „froh, dass Christen beider Konfessionen diese Aufgabe gemeinsam übernehmen“. Betroffene und Angehörige würden mit ihren Sorgen und Ängsten angenommen und nicht allein gelassen, beschrieb sie den Kern des Hospizgedankens. Diese Aufgabe bereichere auch ihr eigenes Leben, wenngleich sie viel Kraft und Empathie erfordere.

Die hauptamtlichen Hospizdienst-Koordinatorinnen Veronika Hoffmann und Anja Gloddek-Voß dankten den Beteiligten am Gottesdienst und den Emsauen-Bläsern für die musikalische Gestaltung. Zum Friedensgruß überreichten sie den Gottesdienstteilnehmern sich entfaltende Papierblumen mit dem Motto „Lass dich berühren“.

Beim Jubiläumsempfang im Anschluss an Kaffee und Kuchen dankte Caritasverbandvorstand Bernward Stelljes den Engagierten für 25 Jahre Arbeit und zeichnete die Entwicklung des ambulanten Hospizdiensts Emmaus nach. Der Caritasverband unterstütze die Arbeit der zurzeit 70 Freiwilligen unter anderem mit Ausbildungsangeboten.

Einen Rückblick auf die Entwicklung der Hospizbewegung lieferte Heinz Kues, Mitglied des Caritasrats. Er erinnerte an die Aufbruchstimmung vor 25 Jahre unter dem Leitgedanken: „Wir holen das Sterben wieder nach Hause.“ Vertreter der Altenheime Haus Lindengrund (Emsdetten) und Gertrudenstift (Greven) würdigten die Arbeit des Hospizdiensts. Er habe in 25 Jahren weit mehr als 1000 Menschen am Lebensende begleitet, berichtete Caritas-Fachbereichsleiter Ansgar Kaul.

Den Empfang begleiteten musikalisch der Flötenvirtuose Volker Leiß und Hansi Waterkamp (Gitarre und Gesang). Beide unterstützten in der Vergangenheit den Hospizdienst mit Benefizkonzerten.