Weihnachtspäckchen-Aktion der Caritas

Rechtzeitig vor dem Advent ruft die Caritas-Tafel wieder zur Weihnachtspäckchen-Spendenaktion auf. Alle Emsdettenerinnen und Emsdettener sind eingeladen, kleine Päckchen mit gemahlenem Kaffee und Süßigkeiten zu packen und zu spenden. Die Emsdettener Ausgabestelle der Caritas-Tafel gibt diese dann in der Woche vor Weihnachten an Kundinnen und Kunden aus. Aktuell sind das in Emsdetten etwa 400 Haushalte mit rund 1050 Personen, darunter 375 Kinder und Jugendliche. Gesammelt wird von Montag, 14. November, bis Freitag, 9. Dezember. „Unsere Kundinnen und Kunden und wir von der Tafel freuen uns über jede Spende“, lädt Sophie Oberfeld, im Caritasverband Emsdetten-Greven zuständig für die Tafel, ein. Die Pakete können hier abgegeben werden:

Caritas Tafel
Spatzenweg 46
48282 Emsdetten
Montag bis Freitag von 14.00 – 16.00 Uhr

Sorglos-Kaffee
Lange Water 24
48282 Emsdetten
Montag bis Freitag von 9.00 – 13.00 Uhr und 14.30 – 18.00 Uhr
Samstag 10.00 – 14.00 Uhr


Interview zum Spendenaufruf der Caritas: Mitmachen bei der Weihnachtspäckchen-Aktion

Tafel-Kunden kleine Freude machen

Weihnachten, das Fest der Liebe. Und auch das Fest, zu dem man es sich mal richtig gutgehen lässt – wenn man es sich leisten kann. Wer allerdings von Armut betroffen ist, bei dem kann es an den Weihnachtstagen traurig aussehen. Wenn das Geld kaum reicht für das Nötigste, kann es sein, dass der Weihnachtsteller für die Kinder und die Kaffeetasse für die Erwachsenen leer bleiben. „Kaffee und Süßes sollten aber auch für unsere Kundinnen und Kunden zu Weihnachten gehören“, findet Sophie Oberfeld, im Caritasverband Emsdetten Greven zuständig für die Tafel. Hintergründe zum vorweihnachtlichen Spendenaufruf erklärt sie im Interview.
Weihnachten steht noch nicht direkt vor der Tür, aber die Tafel des Caritasverbands möchte sich mit einem Spendenaufruf bereits vorbereiten.

Was hat es mit der Weihnachtspäckchen-Aktion auf sich?
Sophie Oberfeld: Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger Emsdettens um ganz gezielte Spenden für unsere Kundinnen und Kunden mit Blick auf Weihnachten. Kaffee und Süßigkeiten sind in der Regel sehr teure Produkte, die wir auch normalerweise von Supermärkten nicht als Spenden bekommen. Zu Weihnachten sollen aber auch unsere Kundinnen und Kunden eine schöne Tasse Kaffee und Süßigkeiten für die Kinder haben. Das gehört einfach dazu.

Wie sähe es denn zu Weihnachten bei der Kundschaft der Tafel ohne solche Spenden aus?
Oberfeld: Zu uns kommen armutsbetroffene Menschen. Da ist das Geld sowieso sehr knapp. Jetzt mit der Inflation, mit den steigenden Preisen für Energie und auch Lebensmittel ist es noch knapper. Das betrifft schon den ganz alltäglichen Bedarf. Für Dinge außer der Reihe, für eine kleine Freude zwischendurch, wird es dann sehr schwierig. In der Tafel verteilen wir üblicherweise Lebensmittel mit kurzfristig ablaufendem Mindesthaltbarkeitsdatum, die schnell verzehrt werden müssen. Andere Spenden, eben auch Kaffee und Süßigkeiten, bekommen wir in der Regel nicht aus den Supermärkten. Und gerade in der Weihnachtszeit spenden die Märkte natürlich und sehr nachvollziehbar keine Weihnachtssüßigkeiten, die sie ja gut verkaufen können.
Kaffee und Weihnachtssüßigkeiten sind keine günstigen Produkte. Wenn man sich mit wenig Geld entscheiden muss, kauft man die Lebensmittel, die einen über die Woche bringen. Unsere Weihnachtspäckchen-Aktion soll helfen, dass unsere Kundinnen und Kunden und ihre Kinder die Chance auf eine kleine weihnachtliche Freude bekommen. Vielleicht gäbe es bei unserer Kundschaft auch ohne diese Aktion einen Weihnachtsteller und Kaffee – aber das müssten sie anderswo wieder einsparen.

Zum größeren Rahmen: Sind die Zahl der Kundinnen und Kunden und der Bedarf bei der Tafel größer geworden mit der steigenden Zahl von Geflüchteten aus der Ukraine und anderen Ländern, die nun in Emsdetten leben?
Oberfeld: Die Tafel-Ausgabestelle in Emsdetten hat – wie die drei weiteren in Greven, Reckenfeld und Saerbeck – einen höheren Bedarf an Lebensmitteln, weil die Zahl der Kundinnen und Kunden steigt. Das lässt sich nicht nur darauf zurückführen, dass mehr Menschen aus der Ukraine, aber auch aus anderen Ländern wie Afghanistan, nach Deutschland flüchten. Die steigenden Zahlen haben einen weiteren Grund in der Inflation, den steigenden Preisen. Auch deshalb ist die Zahl der Menschen, die unsere Hilfe in Anspruch nehmen, gestiegen und steigt weiter.

Zur Tafel selbst. Deutschland steht möglicherweise vor einer Gasmangellage und Problemen bei der Stromversorgung. Hat das Auswirkungen auf die Arbeit der Tafel?
Oberfeld: Insofern, dass wir Betriebskosten haben, die wir decken müssen. Die Energiekosten steigen auch für uns, für unsere vier Ausgabestellen und für die zwei Bullis, mit denen wir gespendete Lebensmittel transportieren. Auch die Supermärkte müssen anders kalkulieren und können unter diesen Bedingungen weniger spenden.

Es gibt zurzeit die Empfehlung von offizieller Seite, einen Notvorrat anzulegen. Haben Kundinnen und Kunden der Tafel dazu überhaupt eine Chance?
Oberfeld: Theoretisch kann jeder Mensch anders einkaufen und einen solchen Vorrat anlegen. Es geht aber weder mich noch die Tafel etwas an, wie unsere Kundinnen und Kunden das Geld, das ihnen zur Verfügung steht, ausgeben. Ich kann nur sagen, dass es in Deutschland einen bestimmten Satz gibt, den Menschen zur Unterstützung bekommen. Dann sagen wir: Ja, du bist von Armut betroffen, du kannst bei uns in der Tafel einkaufen. Den empfohlenen Notvorrat kann man bei uns allerdings nicht einkaufen, weil wir Lebensmittel kurz vor Ablauf der Mindesthaltbarkeit als Spenden bekommen, also nichts zum Einlagern, keine Konserven zum Beispiel. Kerngedanke der Tafeln war und ist es eben, Lebensmittel vor dem Wegwerfen zu retten und damit Armutsbetroffenen unter die Arme zu greifen. Wir sind nicht einfach ein besonders günstiger Supermarkt. Wir wissen vorher gar nicht, wie unser Sortiment an einem bestimmten Tag aussieht, wie viele Kundinnen und Kunden kommen und dementsprechend, wie viel und was wir wem geben können.

Könnten Kundinnen und Kunden der Tafel sich denn anders einen Notvorrat anlegen?
Oberfeld: Nein, ich würde sagen: Das geht nicht.

Zurück zur Weihnachtspäckchen-Aktion. Was gehört hinein?
Oberfeld: Ganz einfach: Süßigkeiten und gemahlener Kaffee. Gerne hübsch verpackt, denn wir reichen die Päckchen direkt weiter. Die Menschen freuen sich, wenn es dann auch noch schön aussieht.

Sophie Oberfeld, im Caritasverband Emsdetten-Greven zuständig für die Tafel, freut sich zusammen mit dem Team der Ausgabestelle auf Spenden für die Weihnachtspäckchen-Aktion.


Die Ausgabestelle der Caritas-Tafel am Spatzenweg, während die Vorbereitungen auf eine Öffnungszeit laufen. Hauptsächlich Lebensmittel zum baldigen Verzehr kommen in Regale und Kühltheke, Weihnachtliches kommt bei den Spenden aus Supermärkten nicht vor.