Von Mensch zu Mensch – zum Nachdenken

An jedem Montag veröffentlicht die Emsdettener Volkszeitung unter der Rubrik „Von Mensch zu Mensch“ einen Beitrag zum Nachdenken. Die Autorinnen und Autoren kommen im Wechsel aus der evangelischen und der katholischen Gemeinde. Hier zum Nachlesen der aktuelle Beitrag aus St. Pankratius. Verfasst hat ihn Johannes Jacobs, Pastoralassistent in St. Pankratius Emsdetten.

Gemeinsam sind wir stark

Was für eine Zeit! Es kommt mir oft so vor, als würde alles auf einmal über uns hereinbrechen, Krieg, Inflation, steigende Preise, Mieterhöhungen und diverse Sparmaßnahmen an allen Ecken und Kanten. Ich erwische mich immer wieder dabei, die Hoffnung auf eine Lösung zu verlieren und mich zu fragen, „wie um Himmels Willen soll es weitergehen?“ Dazu tragen bestimmt auch die kürzer werdenden Tage, die fallende Temperatur und die Feiertage Allerheiligen und Allerseelen bei, an denen wir unserer Verstorbenen gedenken.

Als Christen glauben wir jedoch an einen Gott, der uns Hoffnung schenken möchte. Natürlich ist es viel zu einfach zu sagen „ich schenke Hoffnung“ und alle Sorgen sind weg. Nein. Hoffnung kann nur dann entstehen, wenn wir der Einladung folgen, unsere Perspektive zu verändern und die Menschen in unserer Umgebung wieder bewusst wahrnehmen.

Vergangenen Freitag wurde nicht nur der Beginn der Karnevalssaison begangen, sondern auch an einen der bekanntesten Heiligen erinnert, den Heiligen Martin von Tours (besser bekannt als „Sankt Martin“). Martin war ein Heiliger, der die Hoffnung, die sein Glaube ihm gab, zu den Menschen gebracht hat. Die bekannte Geschichte vom Teilen des Mantels mit einem Bettler, veranschaulicht, wie er auch unscheinbare Menschen wahr- und ernstnahm.

Die „Bettler“ von heute sind oft in der Öffentlichkeit nicht erkennbar. Aber die Zahl derjenigen, die auf materielle Hilfe angewiesen sind, steigt merklich. Vielleicht lohnt es sich, den Fokus zu verändern und weniger auf das zu schauen, was alles fehlt, was nicht funktioniert oder wegbricht. Wir könnten auch darauf schauen, was da ist, was funktioniert und trägt!

Wenn ich den Blick durch meine Wohnung bzw. mein Haus schweifen lasse, was sehe ich alles? Was habe ich schon? Kann ich nicht eigentlich dankbar sein, das haben zu können, was ich habe? Vielleicht gibt es ja etwas, das ich nicht mehr brauche und das ich – so wie Sankt Martin – teilen kann? Eine Hose oder Jacke, die ich nicht mehr benötige? Oder die ganzen Gläser eingekochtes Obst im Keller, die seit Monaten gegessen werden wollen?

Mit allem, was ich habe und nicht brauche, kann ich anderen Hoffnung schenken, indem ich teile. In Zeiten wie diesen ist es wichtig zusammenzuhalten und sich gegenseitig zu unterstützen. So können wir einander Licht in diesen dunklen Herbstmonaten bringen. Wie Sankt Martin, der geteilt hat. Gemeinsam sind wir stark! So öffnen wir unsere Herzen, damit Gott durch uns – so wie damals durch Martin – auch hier und heute Hoffnung in die Welt bringen und die dunkle Jahreszeit erhellen und wärmen kann.

Johannes Jacobs
Pastoralassistent
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