In der letzten Fastenpredigt unserer Reihe fand Peter Kossen, Pfarrer in Lengerich, klare Worte zur sozialen Situation in unserer Gesellschaft. „Die entscheidende Frage ist doch nicht ernsthaft, ob wir Migration wollen, sondern ob wir sie gestalten wollen.“ Mit diesen Worten bezeichnete er die Integration als wichtigstes Ziel in einem Land, in dem die Einwanderung vieler Menschen aus anderen Ländern nicht mehr wegzudenken sei.
Deutschland sei auf die Migrantinnen und Migranten angewiesen. Das bringe natürlich Herausforderung mit sich. Dafür müsse die Gesellschaft Verantwortung übernehmen. „Abschottung und Ausgrenzung sind so unmenschlich wie faktisch sinnlos“, so bringt Kossen es auf den Punkt.
Er erinnerte an Papst Leo, der die Erniedrigung von schutzbedürftigen Migrantinnen und Migranten als schweres Verbrechen versteht, das von Staaten begangen oder toleriert werde und aufrief, gemeinsam als Kinder Gottes zu leben.
Kossen beschrieb anschaulich die oft unwürdige Situation von Migrantinnen und Migranten und sprach dabei manche großen Firmen in der Industrie an. Unwürdig seien unter anderem Wohnbedingungen, genauso gehe es um ungleiche Bildungschancen und Kürzungen bei Sprachkursen. Integration sei Aufgabe der aufnehmenden Gesellschaft, betonte Kossen.
Als Gegenbild zeigte er auf, dass die Grundidee unserer jüdisch-christlichen Wurzeln international sei. Die Bibel rufe dazu auf, Fremde aufzunehmen und sich um sie zu kümmern. Dazu sei es notwendig, nicht nur zu helfen, sondern vielmehr zu teilen.
Gerade auch die Kirche sei herausgefordert, sich für den Lebensschutz zu engagieren und das nicht nur an den Rändern des Lebens. Es sei wichtig, Position zu beziehen. Damit meinte Kossen die Kirche als Ganzes.
Am Ende seiner Predigt zeigte die Gemeinde durch langen Applaus Zustimmung zu den Worten von Pfarrer Kossen, der als konsequenter Streiter für soziale Gerechtigkeit über die Grenzen des Münsterlandes bekannt geworden ist.
Den Gottesdienst mit der Predigt von Pfarrer Kossen finden Sie hier… (YouTube)