Mexikanischer „Día de Muertos“ in der Pankratiuskirche

FSJler Guillermo Tovar lädt zu einer besonderen Form des Totengedenkens ein

Seit einigen Wochen bereichert Guillermo Tovar aus Mexiko als Freiwilligendienstleistender das Leben unserer Pfarrei St. Pankratius. Noch bis zum Sommer 2027 wird der 23-Jährige in verschiedenen Einrichtungen unserer Kirchengemeinde mitarbeiten. Zu Allerheiligen und Allerseelen möchte er nun eine besondere Tradition aus seiner Heimat mit uns teilen: den mexikanischen „Día de Muertos“, den Tag der Toten.

Dafür gestaltet Guillermo in der Pankratiuskirche einen traditionellen mexikanischen Totenaltar, eine sogenannte „Ofrenda“. Mit bunten Papierblumen, Kerzen, Früchten und Fotos verstorbener Menschen entsteht ein besonderer Ort des Erinnerns und Gedenkens.

Wenn Erinnerungen lebendig bleiben

Anders als in Deutschland ist das Totengedenken in Mexiko häufig ein farbenfrohes Fest. Familien schmücken die Gräber ihrer Angehörigen, stellen Kerzen auf und erinnern sich bei Musik und gemeinsamen Mahlzeiten an die Verstorbenen.

„Für uns Mexikaner ist das Leben fröhlich und voller Licht. Aber das gilt auch für den Tod“, erklärt Guillermo. Beim „Día de Muertos“ gehe es darum, sich an die schönen gemeinsamen Erlebnisse zu erinnern, an das Lachen, die Musik und die besonderen Momente mit Menschen, die nicht mehr unter uns sind.

Die Tradition verbindet jahrhundertealte indigene Bräuche mit dem christlichen Glauben. Auf den kunstvoll gestalteten Altären haben die verschiedenen Gegenstände eine besondere Bedeutung: Blumen und Kerzen weisen symbolisch den Weg, Wasser und Salz stehen für Reinigung und Erfrischung. Fotos, Lieblingsspeisen und persönliche Erinnerungsstücke halten die Erinnerung an die Verstorbenen lebendig.

Eine persönliche Erinnerung aus Mexiko

Für Guillermo ist diese Tradition eng mit seiner Kindheit verbunden. „Als Kind fragte ich meine Großeltern immer, warum wir zu Hause einen Altar aufstellen mussten“, erzählt er. Die Antwort hat er bis heute nicht vergessen: „Weil sie wieder bei uns sind – nicht körperlich, aber im Geiste und an einem ganz besonderen Ort: in deinem Herzen und in deinen Gedanken.“

Diese Erfahrung möchte er nun mit den Menschen in Emsdetten teilen. Dabei geht es ihm nicht allein um das Kennenlernen einer anderen Kultur, sondern um etwas, das Menschen überall auf der Welt verbindet: die Erinnerung an diejenigen, die uns wichtig waren.

Herzliche Einladung zum Mitmachen

Guillermo lädt alle Gemeindemitglieder und Besucherinnen und Besucher herzlich ein, den Totenaltar an Allerheiligen und Allerseelen in der Pankratiuskirche zu besuchen und selbst mitzugestalten.

Wer möchte, kann ein Foto eines verstorbenen Angehörigen oder eines anderen geliebten Menschen sowie eine Kerze mitbringen. Die Fotos können am Altar aufgestellt werden. So entsteht ein gemeinsamer Ort, an dem Trauer, Dankbarkeit, persönliche Erinnerungen und die Hoffnung auf ein Leben über den Tod hinaus ihren Platz haben.

Auch im Gottesdienst an Allerheiligen, 1. November, um 11 Uhr in der St. Pankratiuskirche wird der mexikanische Totenaltar aufgegriffen.

Guillermo freut sich darauf, seine Heimat und ihre Traditionen mit uns zu teilen. Seine Einladung bringt er mit einem mexikanischen Sprichwort auf den Punkt:

„Man stirbt erst wirklich, wenn man vergessen wird.“

Herzliche Einladung, vorbeizukommen, innezuhalten und gemeinsam Erinnerungen lebendig werden zu lassen!