Vier Tage voller Gemeinschaft, neuer Erfahrungen und spannender Fragen rund um Gott und den eigenen Glauben: Vom 26. bis 29. Oktober verbrachten Jugendliche der katholischen Kirchengemeinde St. Pankratius aus Emsdetten eine gemeinsame Firmfreizeit in Burhave an der Nordsee. Begleitet wurden sie von Pastoralreferentin Eva Rüschen und Pfarrer Paul Greiwe. Die Fahrt war Teil der Vorbereitung auf die Firmung im Januar 2027 und bot den Jugendlichen die Gelegenheit, sich abseits des Alltags mit ihrem Glauben auseinanderzusetzen und eigene Antworten auf die großen Fragen des Lebens zu finden.
Gleich zu Beginn der Freizeit stand eine grundlegende Frage im Mittelpunkt: Wer ist Gott eigentlich und wie können Menschen ihn erfahren? Anhand der biblischen Geschichten von Ruth, Abraham und Maria entdeckten die Jugendlichen, wie unterschiedlich Menschen Gott begegnen und was es bedeutet, ihm zu vertrauen. Dabei schlugen sie immer wieder eine Brücke zu ihrem eigenen Leben: Wo brauche ich Vertrauen? Was gibt mir Halt? Und wo könnte Gott in meinem Alltag eine Rolle spielen?
Am Dienstag machten sich die Jugendlichen auf eine besondere Entdeckungsreise durch Burhave. Bei einer Rallye beschäftigten sie sich an sechs Stationen mit dem Leben und Wirken Jesu. Ausgerüstet mit Bibeln lösten sie verschiedene Aufgaben und sammelten Gedanken darüber, welche Bedeutung die Botschaft Jesu auch heute noch haben kann.
Anschließend wurde es kreativ: Mithilfe einer KI-App verwandelten die Jugendlichen ihre gesammelten Erkenntnisse und Ideen in eigene Songs. So entstanden unterschiedliche Lieder über das Leben und Wirken Jesu, seine Botschaft und die Frage, was Jesus den Menschen heute noch zu sagen hat. Die Verbindung aus biblischen Geschichten, eigenen Gedanken und moderner Technik eröffnete einen ungewöhnlichen Zugang zum Glauben.
Ein besonderes Erlebnis war die gemeinsame Wattwanderung am Mittwoch. Mitten in der beeindruckenden Landschaft des Wattenmeeres konnten die Jugendlichen die Natur mit allen Sinnen erleben. Die Erfahrungen im Watt wurden anschließend mit dem Leben und Wirken von Mutter Teresa und der Bedeutung des Heiligen Geistes verknüpft. Dabei ging es unter anderem um die Frage, was Menschen innerlich bewegt, ihnen Kraft gibt und sie dazu ermutigt, für andere einzustehen. Am Beispiel von Mutter Teresa wurde deutlich, wie aus dem Glauben konkretes Handeln und gelebte Nächstenliebe entstehen können.
Auch verschiedene Formen des Gebets gehörten zu den gemeinsamen Tagen. Die Jugendlichen waren eingeladen, unterschiedliche Zugänge zum Glauben kennenzulernen, ihre persönlichen Fragen einzubringen und über ihre eigene Beziehung zu Gott nachzudenken. Die Erfahrungen und Gedanken der Freizeit mündeten schließlich in die Aufgabe, ein eigenes Glaubensbekenntnis zu formulieren. Dabei ging es nicht darum, vorgegebene Glaubenssätze einfach zu wiederholen, sondern in eigenen Worten auszudrücken, woran die Jugendlichen glauben, was ihnen wichtig ist und welche Fragen für sie offenbleiben.
Neben dem inhaltlichen Programm blieb Zeit für Gemeinschaft, gemeinsame Mahlzeiten, Gespräche und Spaß. Gerade das Miteinander abseits des gewohnten Alltags bot Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen, sich besser kennenzulernen und als Gruppe zusammenzuwachsen.
Die Firmfreizeit stand unter dem Leitgedanken der diesjährigen Firmvorbereitung: „Gott schreibt Geschichte – damals | heute | mit dir“. Die Tage in Burhave machten auf vielfältige Weise erfahrbar, dass die Geschichten der Bibel nicht nur von vergangenen Zeiten erzählen, sondern auch mit den Fragen und Erfahrungen junger Menschen heute zu tun haben.
Am 16. Januar 2027 werden die Jugendlichen in der St.-Pankratiuskirche das Sakrament der Firmung empfangen. Bis dahin begleiten sie weitere Treffen, Workshops und Gottesdienste auf ihrem persönlichen Glaubensweg.