Mit einem intensiven Blick auf die aktuelle Situation in der Welt hat Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck aus Essen die Reihe der Fastenpredigten in St. Pankratius fortgesetzt. In dieser „hochgefährlichen“ Lage sei es wichtig, dass die Christinnen und Christen für einen klaren Wertekompass einstehen.
Overbeck, der auch als Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr tätig ist, beschrieb die Gefahren vor allem in den veränderten Formen der Kriegsführung. Insbesondere Angriffe mit Drohnen, Cyberattacken und gezielte Desinformationen führen zu wichtigen Herausforderungen.
Unverzichtbar ist demnach zuallererst die Einhaltung des Völkerrechts. Legitimer Militäreinsatz ist nur im klaren Verteidigungsfall oder mit einem Mandat der internationalen Gemeinschaft durch die UNO denkbar.
Overbeck nannte eine mit Barmherzigkeit verbundene Gerechtigkeit als wichtiges Fundament für ein Tun, das Menschen schützen will. Gerade in der modernen Kriegsführung sei außerdem die Frage nach der Verantwortung von großer Bedeutung.
Er betonte die Bedeutung einer christlichen Friedensethik, die Orientierung geben könne. Es gehe darum, „menschliches Handeln im Kontext von Frieden, Gewalt, Krieg und Konflikt zu reflektieren“. Er zitierte Papst Johannes XXIII., nach dem Friede auf Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und Freiheit ruhe.
Das Ziel allen Handelns ist für Overbeck stets der gerechte Friede. Krieg, so der Militärbischof, sei immer eine Niederlage. Darum müsse alles dafür getan werden, „Gewalt einzuhegen, Recht zu schützen und die Türen zum Frieden offen zu halten.“
Den Gottesdienst mit der Predigt von Bischof Overbeck finden Sie hier… (YouTube)
Die Predigt in schriftlicher Form liegt hier zum Download bereit…