Von Mensch zu Mensch – zum Nachdenken
An jedem Montag veröffentlicht die Emsdettener Volkszeitung unter der Rubrik „Von Mensch zu Mensch“ einen Beitrag zum Nachdenken. Die Autorinnen und Autoren kommen im Wechsel aus der evangelischen und der katholischen Gemeinde. Hier zum Nachlesen der aktuelle Beitrag.
(Nicht) allein unterwegs
Ich war im Urlaub. Nicht zum ersten Mal hat es mich in den Norden gezogen und ich war in Norwegen. Wohnen konnte ich dort bei Freunden, eine kleine Ferienwohnung hatte ich für mich und auch vom Urlaubsprogramm her war ich für mich – ich bin inzwischen ganz gerne alleine unterwegs im Urlaub, da muss ich mit niemandem Kompromisse eingehen, außer mit mir selbst vielleicht. Vorzugsweise erkunde ich die Gegend dort zu Fuß. Mit dem Auto irgendwo hin, was interessant klingt, parken, auf in den Wald.
Einen genauen Plan hab ich oft nicht. Mal sehen, wo der – mehr oder minder sichtbare – Weg mich hinführt. Norwegische Wanderrouten sind zwar gut ausgeschildert, man weiß aber nie so genau, was einen dann wirklich so erwartet. Als „leicht“ gekennzeichnete Routen haben auch manchmal kurze Kletterpassagen oder je nach Witterungslage auch sumpfige Bereiche oder zugewachsenes Gelände. Gepaart mit einer gewissen Neugier meinerseits, „was da wohl hinter den nächsten Felsen noch ist“ oder wo es „da links“ wohl hingeht, kann das schon mal abenteuerlich sein.
Und aus dem Münsterländer Flachland kommend ist es – für mich – mitunter auch herausfordernd, vor allem, wenn da keine Hand ist, die man zur Sicherheit mal reichen oder halten kann oder kein zweites Paar Augen, das Ausschau halten kann nach dem besten Weg. So stand ich auch in diesem Urlaub wieder ab und zu an Stellen, an denen ich dachte, nicht weiterzukommen. Oder ich traute mich nicht wirklich. Schaffe ich den Schritt da rüber? Wie komme ich im Zweifel zurück? Was, wenn mir jetzt und hier was passiert? Und nicht nur einmal ist mir im Urlaub der Vers aus der Bibel in den Sinn gekommen: „Du sollst wissen: Gott wird nicht zulassen, dass du stolperst und fällst. Er gibt immer auf dich acht.“ (Psalm 121,3, Gute-Nachricht-Übersetzung) Und die Überschrift dieses Psalms ist „Gott ist bei dir!“.
Was für ein schöner Zuspruch! Und für mich – im Urlaub vor allem, aber auch im Leben generell – ein Vers, der Mut macht. Der Weg wird nicht immer einfach sein. Wir werden auf jeden Fall mit Hürden und unwegsamem Gelände konfrontiert sein. Aber: Gott gibt immer auf mich acht. Und auch auf dich, wenn du möchtest!
Und meine Erfahrung im Urlaub ist: Meistens wird der Mut oder die Anstrengung belohnt. Nicht immer, aber sehr oft gehe ich dann sehr zufrieden und mit wundervollen Ausblicken den Weg weiter.
Frederike Holtmann (Jugendreferentin der ev. Kirchengemeinde)
